Links der grosse Softie; rechts der abenteuerliche Poser. Wenn das ein bisschen zu viel ist, dann überspringe diesen Teil und geh weiter zur Foto Gallerie. Andernfalls lieber Surfer, sei willkommen auf der obligatorischen Seite "Profil des Fotografen".
Ich kann ehrlich behaupten: "ich bin einzigartig!" Soweit ich weiss, gibt es im näheren Umkreis keinen meinesgleichen. Ich habe herumgeschaut und habe keinen anderen englischen Busfahrer von behinderten Kindern im Appenzellerland gefunden!
Vor vier Jahren hätte es noch ein Spiegelbild mit diesem Beschrieb gegeben; nur war der Mann im Spiegel noch nicht inkompleter Tetraplegiker.
Es geschah im Juli 2004. Ich hatte mit meinem Motorrad eine Kollision mit einem Auto. Kopfvoran stürzte ich mit einem Rucksack voller Kameras auf die Fahrbahn. Der vierte Halswirbel war gebrochen. Wegen dem Druck des gebrochenen Knochens auf dem Rückenmark, lag ich total gelähmt am Boden . Ich gebe es zu: ich weinte hilflos wie ein kleines Baby. Ob aus mir ein Christopher Reeve wird, sauste mir durch den Kopf. Was bleibt jetzt für mich im Leben?
Kombinierte Hilfe aus Polizei, Ambulanz und Rega machten es möglich, dass ich innert kürzester Zeit im Kantonspital St Gallen war. Nach etlichen Röntgenaufnahmen stellte der Arzt fest, dass ich meine Zehen wieder bewegen konnte, was eine Welle der Hoffnung aufkommen liess. Nach sieben Stunden hatte der Chirurg den gebrochenen Knochen stabilisiert, und somit den Druck auf die Wirbelsäule entfernt. Die Nerven waren wohl gequetscht und beschädigt, aber nicht zerschnitten. Nach der Operation konnte ich meine Beine wieder bewegen, aber die Arme blieben für Tage total bewegungslos.
Meine Haut war damals, und ist bis heute, taub und unbequem. Aber, Gott sei Dank, die Beweglichkeit kam zurück! Die gute und schnelle Genesung überraschte alle im Paraplegiker Zentrum in Nottwil, und liess fast ein Wunder vermuten. Trotz einer Metallplatte und sechs Schrauben zwischen Wirbelsäule und Luftröhre, freue ich mich wieder in meinen geliebten Bergen zu sein. Ich kann wieder fotografieren, das magische Licht des Sonnenauf- und untergangs geniessen und kann auch wieder etwas klettern. Naja ich muss mich mit etwas leichteren Routen begnügen.
Mein Interesse an der Fotografie fing nicht mit der Faszination in der Technik selbst an. Theorien über Verschlusszeiten, Tiefenschärfe, Ausrüstung- und Filmqualität zogen mich nicht in ihren Bahn. Es entwickelte sich mehr aus der Hingabe zur Natur, den Bergen und der Wildnis. Diese Hingabe, fast eine Leidenschaft, die wohl immer in mir schlummerte, vertiefte sich noch mehr als ich 1987 einen Trek zum Base Camp des K2 machte.
Am 2. höchsten Berg der Welt zu campen hat mich definitiv infisziert. Ich begab mich auf ein Rund-um-die-Welt Bergabenteuer, das 13 Monate dauerte. In späteren Reisen habe ich Expeditionen in den Greater Ranges unternommen - Masherbrum 2 in Pakistan, Pik Lenin in Kyrgistan, Mount McKinley in Alaska, Singu Chuli und Naya Kanga in Nepal, und schliesslich Mount Everests Nordflanke in 1993.
In England hatte ich eine Karriere im Baugutachter-Gewerbe verfolgt. Aber die Erlebnisse von 1987 zeigten mir, um es etwas metaphorisch zu sagen, die Farbe meines Fallschirms war anders als die der meisten.
Heute ist mein Hauptgewicht auf die Europäischen Alpen gerichtet. Alfred Wainwright fand sein Mekka im Englischen Lake District, ich fand meines in den Alpen. Glücklicherweise ist St Gallen in der Schweiz zu meiner Heimat geworden. Nicht nur wegen der Berge, sondern weil hier auch meine Frau Adriana wohnt, die meine Obsession mit viel Geduld toleriert.
Mein Ziel ist jede der 101 Sub-Regionen der Alpen fotografisch festzuhalten (Regionen gemäss dem Buch "1000 Gipfel der Alpen" von Ernst Höhne). In einer eigens dafür kreierten Multivision Show "Passion Alpen"
trage ich der Hommage Rechnung. |